Der Geburtstag des Propheten und Segens und Friedensgrüße


بسم الله الرحمن الرحيم

إِنَّ اللهَ وَمَلاَئِكَتَهُ يُصَلُّونَ عَلَى النَّبِيِّ يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا صَلُّوا عَلَيْهِ وَسَلِّمُوا تَسْلِيمًا

“Gewiß, Gott und Seine Engel sprechen den Segen über den Propheten. O die ihr glaubt, sprecht den Segen über ihn und grüßt ihn mit gehörigem Gruß.”[1]

Ehrenwerte Musliminnen und Muslime!

Für uns gibt es sehr gesegnete und gnadenreiche Tage wie den Freitag sowie das Fest der Hingabe oder das Ramadanfest. Es gibt jedoch noch ein weiteren besonderen Tag, der Tag, an dem der Gesandte Gottes die Welt beehrte. Dieser Tag gilt als Fest für die gesamte Menschheit, ja sogar für die gesamte Schöpfung. Der Prophet Muhammed (F.s.m.i) wurde am Montag, den 20. April 571, nach dem Islamische Kalender am 12. Rabīʿ el ʾEwwel in Mekka geboren.

Der Geburtstag des Propheten Muhammed (F.s.m.i) wird auch in den Hadithen erwähnt. Als er nach dem Fasten am Montag gefragt wurde, antwortete er: „ An diesem Tag wurde ich geboren und an diesem Tag wurde mir der Koran herabgesandt.“  Ebenso wird von Ibn ʿAbbās überliefert, dass der Prophet Muhammed (F.s.m.i) an einem Montag geboren wurde, die Prophetie an einem Montag empfing, an einem Montag aus Mekka auswanderte, an einem Montag in Medina einzog, der Vers, der auf sein Verscheiden hindeutete, an einem Montag herabkam und er an einem Montag verstarb.[2] Nach der gemeinsamen Ansicht von Hadith-Gelehrten und Historikern war das Geburtsdatum vom Propheten Muhammed (F.s.m.i) im Jahr des Elefanten-Ereignisses, fünfzig Tage vor Ebrehes Ankunft in Mekka, am Montag, dem 12. Rabīʿ el ʾEwwel. Daher wird seit den frühesten Zeiten der 12. Rabīʿ el ʾEwwel, ein Monat, dessen Name Frühling bedeutet, als Jahrestag der Geburt vom Propheten Muhammed (F.s.m.i) gefeiert.

Ein Dichter drückt seine Vollkommenheit und die Tatsache, dass er trotz seiner besonderen Eigenschaften ein Mensch ist, wie folgt aus: „Muhammed ist ein Mensch, aber nicht wie andere Menschen. Er ist ein Diamant.“ Ein Diamant ist von seiner Substanz her ebenfalls ein Stein, aber er ist nicht wie andere Steine, die Menschen kennen den Wert des Diamanten und schützen ihn.

Eines der Themen, die anlässlich der Geburt vom Propheten Muhammed (F.s.m.i) betont werden sollten, ist das Aussprechen von Friedensgrüßen und Segenswünschen für ihn.  Anlässlich der Geburt vom Propheten Muhammed (F.s.m.i) können wir Bittegebete sowie Friedensgrüße und Segenswünsche lesen, damit materielle und spirituelle Nöte vergehen, die Sorgen der Unterdrückten und Leidtragenden enden und Frieden sowie Brüderlichkeit die Welt beherrschen. In Hadith Überlieferungen finden sich viele Segensformeln mit unterschiedlichen Wortlauten. Die kürzeste in den Hadithen erwähnte Formel lautet: Gott, segne Muhammed.

Die Bedeutung der Wörter Ṣalāt  und Selām ist wie folgt: Das Wort Ṣalāt bedeutet um Vergebung bitten, Vergebung, Bittgebet, Segen, Lob und Hauptgebet. Wenn Ṣalāt von Gott kommt, bedeutet es Barmherzigkeit; wenn es von den Engeln kommt, bedeutet es das Erflehen göttlicher Vergebung; und wenn es von den Gläubigen kommt, bedeutet es ein Gebet um Segen. Das Wort Selām bedeutet Heil, Wohlergehen und Sicherheit, was so viel heißt wie: Heil und Sicherheit seien mit dir. Segenswünsche für den Prophet Muhammed (F.s.m.i) und andere Propheten auszusprechen, ist ein Ausdruck der Verbundenheit, Liebe und des Respekts ihnen gegenüber.

Das Aussprechen von Segenswünschen ist gleichzeitig ein Gottesdienst, der überall und jederzeit leicht vollzogen werden kann. Laut islamischen Gelehrten ist es verpflichtend, einmal einen Segenswunsch auszusprechen, wenn der Name vom Propheten Muhammed (F.s.m.i) genannt wird. Ihn bei jeder weiteren Nennung zu wiederholen, gilt als empfohlen. Ebenso wird es als empfohlen angesehen, im Hauptgebet nach dem Teḥiyyāt, an Stellen, an denen sein Name gelesen oder geschrieben wird, beim Gebetsruf, an Freitagen, beim Betreten der Moschee, beim Totengebet und beim Besuch seines Grabes Segenswünsche zu sprechen.

Segenswünsche haben eine weitere Besonderheit. Sie sind ein angenommenes Bittgebet. Wenn man am Anfang und am Ende anderer Bittgebete Segenswünsche spricht, werden die Bitten zwischen diesen zwei angenommenen Gebeten ebenfalls angenommen. Daher sollte man sie sowohl am Anfang als auch am Ende eines Bittgebets sprechen. Zudem ist es ein Weg, bestimmte Wünsche in der Hülle von Segenswünschen Gott darzubringen. Das Gebet Salat-i Tefriciye hat beispielsweise einen solchen Aspekt. Segenswünsche verbinden uns mit dem Prophet Muhammed (F.s.m.i), drücken unsere Liebe zu ihm aus, lassen uns von ihm geliebt werden und dienen als Mittel, um seine Fürsprache zu erlangen. Das Aussprechen von Segenswünschen ermöglicht es, eine Verbindung mit der Seele  des Propheten (F.s.m.i) herzustellen und von seinem Licht zu profitieren.

Es wurden viele Hadithe überliefert, die die Bedeutung von Segenswünschen für den Propheten (F.s.m.i) betonen. In diesem Sinne sagte der Prophet Muhammed (F.s.m.i): „Wer einen Segenswunsch für mich spricht, für den spricht Gott zehn Segenswünsche, vergibt ihm zehn Sünden und erhöht ihn um zehn Stufen. Im weiteren Verlauf der Überlieferung heißt es: „Eines Tages kam der Prophet Muhammed (F.s.m.i) voller Freude. Als man ihn fragte: Wir sehen Sie voller Freude!,“ antwortete er: „Ein Engel kam zu mir und überbrachte diese frohe Botschaft: O Muhammed! Dein Herr sagt: Genügt es dir nicht als Ehre, dass ich jedem, der für dich einen Segenswunsch spricht, zehnmal Barmherzigkeit erweise, und jedem, der dich grüßt, zehnmal meinen Gruß sende?[3] In einer weiteren [Überlieferung heißt  es: „Die Menschen, die mir am Tag der Auferstehung am nächsten stehen, sind jene, die die meisten Segenswünsche für mich sprechen.“[4] Weiter hei-t es in einer anderen Überlieferung: “Ein wahrer Geizhals ist derjenige, in dessen Gegenwart ich erwähnt werde, der aber keinen Segenswunsch für mich spricht.“[5]

Der Prophet Muhammed (F.s.m.i) benötigt die grenzenlosen Bittgebete und Segenswünsche seiner Gemeinschaft, um ihnen im Jenseits noch mehr Fürsprache gewähren zu können. Aus einer anderen Perspektive bedeutet das Aussprechen von Segenswünschen auch, dass die Gemeinschaft ihre Dankesschuld gegenüber dem Propheten Muhammed (F.s.m.i) erfüllt. Denn gegenüber jener Persönlichkeit, die ihrer Gemeinschaft zutiefst zugetan ist und ihr den Weg zum Glück in dieser und der nächsten Welt weist, Segenswünsche auszusprechen, ist eine Pflicht der Treue und Loyalität, ja darüber hinaus sogar ein göttlicher Befehl. Möge unser Herr, der Mächtige und Erhabene, die in diesen Tagen vollbrachten guten Taten und die gesprochenen Segenswünsche zu einem Mittel für den Weltfrieden machen.


[1] Sure el ʾEḥzāb 33:56

[2] Ṣaḥīḥ Muslim, II, 819

[3] En Nesāʾī , Sahw 55

[4] Tirmidhī, Ṣalāt 357

[5] Tirmidhī, De’awāt 110

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